Giustino

Antonio Vivaldi (1685–1759)
Dramma per musica in tre atti HWV 717

Mehr als 100 Opern verfasste Antonio Vivaldi laut eigenen Angaben im Verlauf seiner Komponistenkarriere – allerdings nicht alle von gleicher Qualität. Eine der hervorragendsten Opern aus der Feder des „roten Priesters“ ist Il Giustino, die 1724 in Rom aufgeführt wurde und eine Vielzahl an herrlichen Arien verschiedenster Gattungen enthält. Auch das Orchester ist farbenreich besetzt – eben ganz typisch Vivaldi.

Die Besonderheit der Uraufführung war, dass Vivaldi die Oper ausschließlich mit Männern besetzte, beispielsweise mit dem umbrischen Kastraten Giacinto Fontana, der aufgrund seiner zarten Erscheinung auch „il farfallino“ (kleiner Schmetterling) genannt wurde.

Bereits 2022 konnte René Jacobs Vivaldis Meisteroper erfolgreich an der Berliner Staatsoper Unter den Linden aufführen und geht nun mit dem FBO an Bord auf Europa-Tour. Mit dabei sind viele Sängerinnen und Sänger, die unserem Publikum wohlbekannt sind und sehr geschätzt werden, darunter Olivia Vermeulen als Anastasio, Kateryna Kasper als Arianna und Mark Milhofer als Amanzio.

Handlung

ERSTER AKT 
Im kaiserlichen Palast in Konstantinopel feiern die Kaiserin Arianna und Anastasio, Herrscher von Byzanz, seine Krönung. Das Paar zeigt sich in ausgelassener Feierlaune. Da erscheint Polidarte und überbringt die Nachricht, dass das Heer seines Heerführers Vitaliano die Stadt belagert und der tyrannische Rebell nur zum Frieden bereit wäre, wenn Arianna seine Frau würde. Wütend lehnt Anastasio das Angebot ab. Er und Arianna rüsten sich zum Krieg. Währenddessen befindet sich der Bauer Giustino erschöpft von der harten Arbeit auf dem Land. Er träumt von einer militärischen Karriere. Schließlich schläft er ein. In seinem Traum erscheint ihm Fortuna. Sie ermutigt ihn, sein Glück zu suchen. Sie will ihm seinen Wunsch nach Heldentum, Reichtum und Macht erfüllen. Das Glück nimmt seinen Lauf: Leocasta, die Schwester des Kaisers Anastasio, läuft hilferufend vor einem Bären davon. Giustino ist als Retter sofort zur Stelle und erledigt unerschrocken das gefährliche Tier. Daraufhin betraut Anastasio die junge Prinzessin Flavia mit der Aufgabe, seiner Schwester Leocasta eine Gefährtin zu sein. Er ahnt nicht, dass Flavia in Wirklichkeit Vitalianos Bruder Andronico ist, der in Leocasta verliebt ist und sich als Frau ausgibt, um Leocasta nah zu sein. Vitaliano bleibt hartnäckig. Es gelingt ihm, die Kaiserin Arianna gefangen zu nehmen. Erneut versucht er, sie für sich zu gewinnen. Sie bleibt jedoch Anastasio treu und weigert sich standhaft – auch wenn es ihrem Volk Frieden bringen würde –, sich ihm hinzugeben. Gekränkt von der Zurückweisung lässt Vitaliano sie daraufhin von dem sadistischen Polidarte an einen Felsen ketten, um sie der Willkür des Seeungeheuers auszusetzen. Leocasta empfiehlt die Hilfe von Giustino, der ohne Zögern mit dem Kaiser Anastasio zur Rettung Ariannas aufbricht.

ZWEITER AKT 
Giustino hat sich inzwischen, mit der Unterstützung Leocastas, der Schwester des Kaisers Anastasio, vom einfachen Landmann zum erfolgreichen Kriegsherrn gewandelt. Ein Sturm kommt auf. Anastasio und Giustino erleiden Schiffbruch und werden auf wundersame Weise genau an der Insel angespült, auf der Arianna um ihr Leben bangt. Auf  Ariannas Hilfeschreie hin eilt Giustino herbei und tötet heldenhaft das Monstrum, während Anastasio halb ohnmächtig schwächelt. Anastasio, Giustino und Arianna verlassen  zusammen mit Amanzio, dem General der kaiserlichen Truppen, die Insel. Im Garten unterhalten sich Leocasta und Flavia über Giustino. Anastasio lässt sich als Sieger feiern. Währenddessen weckt der missgünstige Amanzio in ihm den Verdacht, dass Giustino ein inniges Verhältnis zu Arianna habe. Es gelingt ihm, Anastasios Eifersucht zu entfachen. Arianna wirft Vitaliano, der sich nun eingesperrt im Kerker befindet, seine Erpressungsversuche vor, mit denen er sie zur Liebe zwingen wollte. Arianna fordert von Anastasio für die Heldentaten Giustinos eine Belohnung. Erneut nimmt Amanzio dies zum Anlass, Anastasio in Misstrauen zu versetzen. Andronico (Flavia) hat Leocasta in den Wald gelockt und offenbart ihr seine wahre Identität. Als er versucht, sie zu vergewaltigen, überwältigt Giustino Andronico und nimmt ihn gefangen. Ein zweites Mal hat er Leocastas Leben gerettet. Leocasta und Giustino erklären sich gegenseitig ihre Liebe.

DRITTER AKT 
Die beiden Brüder Vitaliano und Andronico können aus dem Gefängnis fliehen. Vitaliano schwört Rache. Arianna schenkt Giustino, als Zeichen für seine Tapferkeit, ein Amulett, das sie von ihrem Mann Anastasio geschenkt bekommen hat. Amanzio beobachtet die Szene und berichtet Anastasio reißerisch davon. Daraufhin verbannt Anastasio seine Frau und lässt Giustino zur Hinrichtung abführen. Leocasta verabschiedet sich tränenreich von ihrem geliebten Giustino und beschließt alles zu tun, um ihn zu retten. Giustino hat sich im Gebirge verlaufen und schläft ein. Vitaliano und Andronico entdecken den Schlafenden und wollen ihn töten. Plötzlich öffnet ein Blitzschlag den Berg, in dem sich das Grabmal von Vitalianos Vater befindet. Eine Stimme offenbart,  dass Giustino, Vitaliano und Andronico Brüder sind. Die drei Brüder versöhnen sich und beschließen, Anastasio gegen den Verräter Amanzio zu verteidigen. Amanzio hat sich selbst zum Kaiser ernannt. Er lässt Anastasio und Arianna gefangen nehmen und verurteilt sie zum Tod. Giustino stürmt mit seinen Brüdern herbei und nimmt Amanzio fest. Als er Anastasio befreit, erklärt dieser Giustino zu seinem Mitregenten. Alle feiern Giustinos Krönung und seine Hochzeit mit Leocasta

Libretto/Textbuch

Text von Antonio Maria Lucchini nach Nicoló Beregan und Pietro Pariati
Gekürzte und bearbeitete Fassung von René Jacobs
Übersetzung: Serena Malcangi / Martin Mutschler

 

Konzerttermine

Freitag, 17. April 2026 • 19 Uhr
Heidelberg, Heidelberger Frühling • Konzerthaus Stadthalle

Sonntag, 19. April 2026 • 18 Uhr
Valencia, Palau de la Música

Dienstag, 21. April 2026 • 19 Uhr
Antwerpen, DeSingel

Donnerstag, 23. April 2026 • 19 Uhr
Freiburg, Konzerthaus • Rolf-Böhme-Saal

Samstag, 25. April 2026 • 19 Uhr
Madrid, Teatro Real

 

Die Solisten

Biographien

Rémy Brès-Feuillet, Countertenor (Giustino)

Nach einem Jurastudium und einer Ausbildung zum Akkordeonisten begann Rémy Brès-Feuillet sein Gesangsstudium bei Magali Damonte in Marseille und setzte es bei Mareike Schellenberger in Aix-en-Provence fort. Seine ersten Bühnenerfahrungen sammelte er mit dem künstlerischen Team des Théâtre des Calanques in Marseille (Serge Noyelle & Marion Coutris), mit dem er an mehreren zeitgenössischen Produktionen mitwirkte, darunter Les Mariés de l’Apocalypse, Entremets Entremots, La Porte d’Ensor und Barokko.

Rémy Brès-Feuillet ist Mitglied von Génération Opéra und Opéra Fuoco und war Preisträger des Young Artist Award beim Cesti-Wettbewerb 2021 im Rahmen der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik. Seither ist er regelmäßig auf bedeutenden Bühnen in Frankreich und international zu erleben, darunter an der Oper Leipzig, am Teatro dell’Opera di Roma, an der Opéra national de Paris, am Théâtre des Champs-Élysées, beim Bayreuth Baroque Festival sowie bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik.

Er arbeitet mit renommierten Dirigenten wie Francesco Corti, Ottavio Dantone, Jean-Christophe Spinosi, Harry Bicket, Rinaldo Alessandrini und Jean-Marc Aymes zusammen und stand unter der Regie von namhaften Regisseur:innen wie Laurent Pelly, Damiano Michieletto, Chiara Muti, Serge Noyelle, Frédéric Fisbach und Max Emanuel Cenčić.

Kürzlich war er als Nireno in Händels Giulio Cesare an der Opéra national de Paris zu erleben, als Tolomeo in derselben Oper am Teatro dell’Opera di Roma, an der Oper Leipzig sowie in Bozen in einer Inszenierung von Chiara Muti unter der musikalischen Leitung von Ottavio Dantone. Darüber hinaus sang er die Titelpartie in Händels Flavio beim Bayreuth Baroque Festival und gastierte bei namhaften Ensembles wie Il Pomo d’Oro, dem Ensemble Matheus, Le Banquet Céleste und La Palatine.

https://www.remybresfeuillet.com/

Olivia Vermeulen, Mezzosopran (Anastasio)

Die niederländische Mezzosopranistin Olivia Vermeulen hat sich in den letzten Jahren als vielseitige Sängerin auf internationaler Ebene etabliert. So gab sie als Turno in Agostino Steffanis L’Amor vien dal destino unter Leitung von René Jacobs ihr Debüt an der Staatsoper Berlin, ging mit dem Budapest Festival Orchestra unter Iván Fischer mit Mozarts Die Zauberflöte auf Europatournee und gastierte unter Daniel Harding und dem London Symphony Orchestra in Schumanns Szenen aus Goethes Faust in der Londoner Barbican Hall. Gleichermaßen ist sie auch eine gefragte Interpretin zeitgenössischer Musik, trat bei der Ruhrtriennale und beim Holland Festival in Philippe Manourys Kein Licht in Erscheinung und gastierte mit der Musikfabrik Köln unter Peter Eötvös beim Musikfest Berlin. Bei den Bregenzer Festspielen wirkte sie als Saiko in der Weltpremiere von Thomas Larchers Opernerstling Das Jagdgewehr mit, brachte beim Kissinger Sommer Lieder Wolfgang Rihms zur Uraufführung und trat am Concertgebouw Amsterdam als Idris in John Adams‘ Oper The Death of Klinghoffer unter Leitung des Komponisten in Erscheinung.

Mit großer Leidenschaft widmet sich Olivia Vermeulen dem Repertoire der Klassik und des Barock. So wirkte sie unter Masaaki Suzuki und dem Bach Collegium Japan in Händels Messiah, in Bachs Matthäus Passion sowie in Mozarts c-Moll Messe mit (letztere ist als CD beim Label BIS Records erschienen und wurde mit einem Gramophone Award ausgezeichnet). Als gefragte Solistin für Bachs Passionen trat sie beim Orchestra of the Eighteenth Century und beim Den Haager Residentie Orkest in Bachs Matthäus Passion in Erscheinung, während sie bei den Internationalen Barocktagen im niederösterreichischen Stift Melk gemeinsam mit dem Concentus Musicus unter Stefan Gottfried als Sorceress in Purcells Dido and Aeneas sowie im Rahmen einer Solomatinee mit Werken von Geminiani, Händel und Pepusch zu erleben war.

Weitere Stationen ihrer bisherigen Karriere umfassen ihr Rollendebüt als Donna Elvira in Mozarts Don Giovanni sowie als Dorabella in Così fan tutte, beides mit dem Freiburger Barockorchester unter René Jacobs. Unter dessen Leitung gab sie an der Opéra national de Paris auch ihr Hausdebüt als Abel in Alessandro Scarlattis Oper Il primo omicidio und war damit in weiterer Folge auch an der Staatsoper Berlin zu hören. Darüber hinaus gab Olivia Vermeulen als Cherubino in Mozarts Le nozze di Figaro ihr Hausdebüt am Opernhaus Zürich und kehrte für eine Neuproduktion von Vivaldis Il Giustino an die Staatsoper Berlin zurück. Für die Welturaufführung von Philippe Manourys Die letzten Tage der Menschheit wird Olivia Vermeulen in der aktuellen Spielzeit an der Oper Köln gastieren.

Gemeinsam mit Jörg Widmann und der Camerata Salzburg trat Olivia Vermeulen im Rahmen der Salzburger Mozartwoche auf und war am Pariser Théâtre des Champs-Elysées sowie im Concertgebouw Amsterdam in Mozarts c-Moll-Messe unter Masaaki Suzuki zu erleben. Mit demselben Werk gab sie auch ihr Debüt bei den Berliner Philharmonikern unter Daniel Harding. Als gefragte Konzertsolistin war Olivia Vermeulen zudem beim Yomiuri Nippon Symphony Orchestra in Beethovens Neunter Symphonie unter Masato Suzuki zu hören, wirkte beim Residentie Orkest unter Leitung von Matthew Halls in Bachs Matthäus Passion mit und gastierte gemeinsam mit dem belgischen B’Rock Orchestra mit einem „Life and Death“ gewidmeten Programm in Den Haag, Gent und bei den Thüringer Bachwochen. Im Rahmen einer Zusammenarbeit mit Jordi Savall und dessen Le Concert des Nations trat sie zudem als Solistin in Beethovens Missa Solemnis in Erscheinung, während sie unter Philippe Herreweghe für Mozarts c-Moll Messe in Tel Aviv und Jerusalem zu hören war.

Projekte der aktuellen Spielzeit beinhalten u.a. ihr Debüt bei den Salzburger Festspielen in Beethovens Neunter Symphonie unter Jordi Savall, Mozarts Requiem mit dem Budapest Festival Orchestra unter Iván Fischer und mit dem Orquesta y Coro de la Comunidad de Madrid unter Alondra de la Parra, Beethovens Missa Solemnis mit dem Orchestre Philharmonique Royal de Liège unter dessen Chefdirigenten Gergely Madaras sowie Mozarts Requiem mit dem Yomiuri Nippon Symphony Orchestra unter Masato Suzuki in Tokio. Mit Bachs Weihnachtsoratorium gastiert sie des Weiteren beim Chor und Orchester St. Michaelis unter Jörg Endebrock und übernimmt unter Hans-Christoph Rademann den Altpart in Bachs Matthäus-Passion bei der Nederlandse Bachvereniging. Zudem gibt sie mit dem Freiburger Barockorchester unter René Jacobs ihr Rollendebüt als Idamante in Mozarts Idomeneo und wird im Rahmen konzertanter Aufführungen des Werkes am Teatro Real in Madrid, dem Gran Teatre del Liceu in Barcelona, dem Antwerpener deSingel, der Hamburger Elbphilharmonie und dem Konzerthaus Freiburg zu hören sein.

Ein weiterer Fokus von Olivia Vermeulens künstlerischem Schaffen liegt nicht zuletzt im Liedbereich, letzteres auch als Fortführung ihres vielbeachteten, mit dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik und dem Edison Klassiek–Preis ausgezeichneten Soloalbums „Dirty Minds“, welches sie und ihren Liedpartner Jan Philip Schulze u.a. zum Oxford Lieder Festival, zum Internationalen Lied Festival Zeist, ans Gesellschaftshaus Magdeburg und an das Internationale Kunstzentrum deSingel in Antwerpen führte. Am Brucknerhaus Linz war das Duo hingegen in einem der Zweiten Wiener Schule, insbesondere den Werken Zemlinskys, Weberns, Schönbergs und Bergs gewidmeten Liederabend zu hören.

Olivia Vermeulen arbeitete im Laufe ihrer bisherigen Karriere mit vielen namhaften Dirigenten wie Frans Brüggen, Alessandro De Marchi, Iván Fischer, Reinhard Goebel, Enoch zu Guttenberg, Philippe Herreweghe, René Jacobs, Marek Janowski, Konrad Junghänel, Andrea Marcon, Tomáš Netopil, Michael Schønwandt, Markus Stenz, Masaaki und Masato Suzuki und Lothar Zagrosek, und gastierte bei Festivals wie u.a. den Bregenzer Festspielen, dem Holland Festival, den Opernfestspielen München, dem Rheingau Musik Festival, dem Festival Rheinvokal, dem Musikfest Stuttgart und den Händel-Festspielen Halle.

Zahlreiche Rundfunk- und CD-Einspielungen dokumentieren die Arbeit dieser vielseitigen Sängerin. Ihr vielbeachtetes erstes Soloalbum mit dem Titel “Dirty Minds” ist beim niederländischen Label Challenge Records erschienen. Mit diesem Programm gab sie im Februar 2020 ihr vielbeachtetes Debütrecital am Amsterdamer Concertgebouw und ließ im Februar 2022 ihr zweites Soloalbum – ebenfalls erschienenen bei Challenge Records und abermals begleitet von Jan Philip Schulze – mit dem Titel „Hello Darkness“ folgen.

https://www.oliviavermeulen.com/

Kateryna Kasper, Sopran (Arianna & La Fortuna)

Die ukrainisch-deutsche Sopranistin Kateryna Kasper zeichnet sich durch stilistische Vielseitigkeit in Oper, Oratorium und Lied aus. Sie tritt regelmäßig an renommierten Opernhäusern, in Konzerthallen sowie bei Festivals weltweit auf und ist für ihre nuancierten Interpretationen sowie ihre Ausdrucksstärke bekannt.

Zu ihren jüngsten Erfolgen zählen gefeierte Debüts als Mélisande in Debussys Pelléas et Mélisande beim Longborough Festival Opera (UK-Operndebüt), als Elettra in Mozarts Idomeneo mit dem Freiburger Barockorchester, u.a. am Teatro Real in Madrid, dem Liceu in Barcelona und in der Elbphilharmonie. Außerdem trat sie als Piacere in Händels Il trionfo del Tempo e del Disinganno mit dem B’Rock Orchestra unter René Jacobs in Seoul, Tongyeong und Tokio auf. An der Staatsoper Berlin war sie als Kaiserin Arianna in Vivaldis Il Giustino sowie an der Oper Frankfurt als Micaëla in Bizets Carmen zu erleben. Weitere Engagements führten sie u.a. zu den Salzburger Festspielen, wo sie Sopran I in Mozarts c-Moll-Messe übernahm. Zudem sang sie Mahlers Auferstehungssinfonie beim Gstaad Menuhin Festival unter der Leitung von Jaap van Zweden.

In den vergangenen zwei Spielzeiten sang Kasper mit dem Collegium 1704 unter Václav Luks die Rolle des Isacco in Myslivečeks beeindruckendem Werk Abramo ed Isacco u.a. im Rudolfinum Prag und im Concertgebouw Amsterdam. Ihr kanadisches Debüt gab sie mit Händels Aci, Galatea e Polifemo mit dem Arion Baroque Orchestra in Montréal, gefolgt von Auftritten mit dem Kammerorchester Basel in Basel und Wien.

Ihre Auftritte im Oratorienbereich umfassen eine ausgedehnte Tournee mit Bachs Matthäuspassion mit dem Freiburger Barockorchester unter Francesco Corti durch Europa und Südkorea, Bachs Weihnachtsoratorium im Wiener Konzerthaus mit den Wiener Symphonikern sowie in der Isarphilharmonie München unter Patrick Hahn, Haydns Schöpfung in der Tonhalle Zürich und Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuz mit dem Rias Kammerchor im Konzerthaus Berlin, demnächst auf CD erscheint.

In dieser Spielzeit stehen für die Sängerin zahlreiche bedeutende Opern- und Konzertengagements an. Dabei wird sie unter anderem zwei wichtige Rollendebüts geben: als Cleopatra in Händels Giulio Cesare, mit der sie an ihr Stammhaus zurückkehrt, und als Donna Anna in Mozarts Don Giovanni an der Vlaamse Opera in Antwerpen und Gent. Darüber hinaus wird sie erneut als Arianna in Vivaldis Il Giustino mit dem Freiburger Barockorchester unter der Leitung von René Jacobs auf Tournee gehen. Diese führt sie unter anderem nach Valencia, ans Teatro Real Madrid, ins Konzerthaus Freiburg, beim Musikfestival Heidelberger Frühling sowie nach DeSingel in Antwerpen. Sie wird in der Rolle des Aci (Aci, Galatea e Polifemo) bei den Händel-Festspielen in Halle sowie in Barcelona und Sevilla zu hören sein. Weitere Konzerte bestreitet sie mit dem Deutschen Requiem von Brahms zusammen mit den Bochumer Symphonikern, sowie mit Bachs Johannes-Passion mit dem Orquesta Filarmónica de Gran Canaria unter der Leitung von Karel Mark Chichon.

Von 2014 bis 2024 war Kateryna Kasper Ensemblemitglied der Oper Frankfurt, wo sie ein breites Repertoire von Barock bis Moderne interpretierte, darunter Romilda, Oriana, Angelica in Händels Xerxes, Amadigi und Orlando; Pamina (Die Zauberflöte), Susanna (Die Hochzeit des Figaro); Gretel (Hänsel und Gretel); Sophie (Der Rosenkavalier); Titania in Brittens Ein Sommernachtstraum und die Junge Frau in der Uraufführung von Der Goldene Drache – eine Rolle, die Péter Eötvös für sie schrieb.

Ihr Konzertrepertoire reicht von Bachs Oratorien und Passionen bis zu Mahlers Symphonien und umfasst Werke von Haydn, Mozart, Brahms, Mendelssohn, Dvořák, Poulenc und Henze. Mit großer Leidenschaft widmet sie sich auch dem Lied, insbesondere der deutschen und ukrainischen Romantik.

2018 erschien Kaspers Debutalbum „O wüßt ich doch den Weg zurück …“ mit romantischen Liedern von Kinderspielen und Märchenwelten, aufgenommen mit Hilko Dumno am historischen Steinway von Richard Wagner in Bayreuth. 2022 folgten Aufnahmen mit Zyklen von Schostakowitsch und Weinberg mit dem Trio Vivente, Webers Freischütz mit dem Freiburger Barockorchester und René Jacobs (ausgezeichnet mit dem Opus Klassik), sowie ihr zweites Liedalbum “Ein süßes Deingedenken” mit Liedern von Fanny und Felix Mendelssohn, eingespielt mit Dmitry Ablogin.

Kateryna Kasper studierte in Donetsk (Ukraine) bei Raisa Kolesnik, in Nürnberg bei Edith Wiens und in Frankfurt bei Hedwig Fassbender. 2014 gewann sie den Internationalen Mirjam-Helin Gesangswettbewerb in Helsinki.

https://katerynakasper.de/


Robin Johannsen, Sopran (Leocasta)

Die amerikanische Sopranistin Robin Johannsen kam als Stipendiatin der Deutschen Oper Berlin nach Euround wurde bald festes Ensemblemitglied des Hauses. Nach drei Jahren wechselte sie an die Oper Leipzig, s2008 ist sie freischaffend tätig.

Verpflichtungen führten sie an das Theater an der Wien, das Festspielhaus Baden-Baden, ins Megaron in Athean die Staatsoper, die Deutsche Oper und die Komische Oper Berlin, die Hamburgische Staatsoper, das TeaRegio Torino, die Opern in Stuttgart und Frankfurt, das Théâtre Royal de la Monnaie sowie zu den BayreuthFestspielen. Zu ihren Rollen zählten dabei die Susanna (Le nozze di Figaro), Norina (Don Pasquale), Oscar (ballo in maschera), die Titelrolle in Almira, Soeur Constance (Les dialogues des Carmélites), Marzelli(Beethovens Leonore), Konstanze (Die Entführung aus dem Serail), Fiordiligi (Così fan tutte), die TitelrolleTelemanns Emma und Eginhard sowie Adina (L’elisir d’amore). Als Konzertsängerin war sie mit Klangkörpewie den Dresdener Philharmonikern, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, der Academy of Ancient Musdem RIAS Kammerchor, dem Orchestra of the Eighteenth Century sowie den Sinfonieorchestern von PittsburgBaltimore, Dallas und Cincinnati zu erleben. Eine enge Zusammenarbeit verbindet sie mit René Jacobs udem Freiburger Barockorchester. Regelmäßig gastiert sie bei der Akademie für Alte Musik Berlin, La CeBasel, bei der Internationalen Bachakademie Stuttgart, Concerto Köln, der Kammerakademie Potsdam, beim Folia Barockorchester und dem B’Rock Orchestra. Sie arbeitete mit Dirigenten wie Jonathan Cohen, MaAlsop, Teodor Currentzis, Ottavio Dantone, Antonello Manacorda, Andrea Marcon, Raphaël Pichon, JérémRhorer, Thomas Hengelbrock, Philippe Herreweghe, Christian Thielemann, Manfred Honeck, Ton KoopmaNicholas McGegan, Mirga Grazinyté-Tyla und Philippe Jordan.

CD Aufnahmen u. a.: Die Entführung aus dem Serail unter René Jacobs (harmonia mundi), Solo-CD „In doamore“ – Arien und Kantaten von Antonio Caldara mit Alessandro De Marchi und Academia Montis Rega(Sony Classical – dhm); Parnasso in festa mit Andrea Marcon und La Cetra (Pentatone); Vinci/Händel: „Didoabbandonata“ Titelpartie mit Wolfgang Katschner und der Lautten Compagney (Sony Classical/dhm); TelemanEin feste Burg ist unser Gott mit Concerto Melante (Sony Classical – dhm); Napoli galante – NeapolitaniscArien mit Andreas Küppers (Perfect Noise-Harmonia Mundi).

https://robinjohannsen.com/

Siyabonga Maqungo, Tenor (Vitaliano)

Der südafrikanische Tenor Siyabonga Maqungo wird für die Leuchtkraft seiner Stimme, seine emotionale Aufrichtigkeit und seine charmante Bühnenpräsenz gefeiert. Ob als naiv-optimistischer David (Die Meistersinger von Nürnberg) oder als eleganter Graf Almaviva in Rossinis Il barbiere di Siviglia – Maqungos Authentizität und Wärme berühren das Publikum stets aufs Neue.

Seit der Spielzeit 2020/21 ist Maqungo Ensemblemitglied der Staatsoper Unter den Linden, wo er ein breites Repertoire verkörpert hat, darunter Tamino (Die Zauberflöte), Jaquino (Fidelio), Froh (Das Rheingold) und zuletzt Henry Morosus (Die schweigsame Frau) in einer Neuproduktion zum Auftakt von Christian Thielemanns Amtszeit als Generalmusikdirektor.

Seine wachsende internationale Karriere umfasst ein Hausdebüt an der Mailänder Scala als Froh in David McVicars Neuinszenierung von Das Rheingold sowie die Titelpartie in Mitridate, re di Ponto am Teatro Real unter der Leitung von Ivor Bolton in einer Inszenierung von Claus Guth.

In der aktuellen Spielzeit ist Maqungo weiterhin in Berlin präsent und interpretiert zentrale Mozart-Tenorpartien. Er debütiert als Belmonte in einer Neuproduktion von Die Entführung aus dem Serail (Regie: Andrea Moses, Dirigat: Thomas Guggeis) und kehrt als Henry Morosus unter Christian Thielemann zurück. Auch seine Konzerttätigkeit weitet er aus, mit Debüts unter anderem bei den Münchner Philharmonikern unter Riccardo Minasi, dem Atlanta Symphony Orchestra unter Nathalie Stutzmann und dem Philharmonischen Orchester Straßburg unter Aziz Shokhakimov, mit einem Repertoire von Beethoven über Mozart bis Puccini. Mit dem Freiburger Barockorchester unter René Jacobs geht er auf eine große Europatournee mit Cavallis Il Giustino und kehrt für Der Ring des Nibelungen unter Simone Young an die Scala zurück.

Maqungo sang Beethovens 9. Sinfonie sowohl mit dem Orchestre de Paris unter Klaus Mäkelä als auch mit dem Orchestra e Coro dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia unter Lahav Shani. Seine besondere Affinität zum geistlichen Repertoire und Oratorium – etwa Brittens War Requiem oder die Evangelistenpartien in Bachs Passionen – unterstreicht seine ausgeprägte erzählerische Ausdruckskraft. Als engagierter Liedinterpret arbeitet er regelmäßig mit dem Pianisten Klaus Sallmann zusammen und präsentiert sorgfältig gestaltete Programme in Berlin.

Zu seinen Einspielungen zählt eine herausragende Interpretation des Pong in Puccinis Turandot (Warner Classics) unter Sir Antonio Pappano, die für einen International Opera Award 2023 nominiert wurde.

Geboren und aufgewachsen in Südafrika, begann Maqungo sein Musikstudium an der North-West University und setzte es an der Hochschule für Musik und Tanz Köln bei Josef Protschka fort. 2018 wurde er mit dem zweiten Preis beim Internationalen Opernwettbewerb von Portofino ausgezeichnet, gefolgt von einer Nominierung als „Young Singer“ bei den International Opera Awards 2019.

https://www.harrisonparrott.com/artists/siyabonga-maqungo

Sonia Prina, Alt (Andronico)

Die gebürtige Italienerin Sonia Prina zählt zu den herausragendsten Kontraaltistinnen ihrer Generation. Besonders geschätzt wird sie im Barockrepertoire, vor allem in Werken von Händel und Vivaldi.

Sie begann ihre musikalische Ausbildung im Alter von dreizehn Jahren und schloss ihr Studium in Trompete und Gesang am Giuseppe-Verdi-Konservatorium in Mailand ab. 1994 wurde sie in die Accademia per Giovani Cantanti Lirici des Teatro alla Scala aufgenommen, wo sie ihr Talent weiterentwickelte und den Grundstein für ihre internationale Karriere legte. 1998 debütierte sie im Alter von nur 23 Jahren an der Scala als Rosina in Rossinis Il barbiere di Siviglia unter der Leitung von Riccardo Chailly, an der Seite von Juan Diego Flórez als Almaviva.
Im Laufe ihrer Karriere sang sie zentrale Partien in Händel-Opern wie Giulio Cesare, Orlando, Tamerlano, Amadigi, Rinaldo, Silla, Ariodante, Serse sowie Aci, Galatea e Polifemo und den Messiah in Wien und Paris. Auch im Vivaldi-Repertoire war sie mit Werken wie Farnace, Teuzzone, Ottone in villa, Orlando furioso und Juditha Triumphans präsent, ebenso in Kompositionen von Scarlatti und Hasse.

Parallel dazu erweiterte sie ihr Repertoire um romantische und moderne Opern, darunter Verdis Falstaff (Mrs. Quickly), Donizettis Anna Bolena, Ravels L’Enfant et les sortilèges und Luisa Miller. Wichtige Stationen waren zudem Auftritte bei den Salzburger Festspielen (Ascanio in Alba), an der Oper Frankfurt (Ezio), am Théâtre du Châtelet in Paris und am Teatro Regio in Turin.

In der Saison 2017/18 war sie Artist in Residence in der Londoner Wigmore Hall, wo sie seit 2012 regelmäßig auftritt. International wird sie für die Eigenart ihrer Stimme und ihre Ausdrucksstärke geschätzt und arbeitete mit Dirigenten wie Emmanuelle Haïm, Antonio Pappano und Zubin Mehta zusammen. Sie konzertierte mit führenden Orchestern und Ensembles der historisch informierten Aufführungspraxis, darunter Accademia Bizantina, Il Giardino Armonico, Le Concert d’Astrée sowie die Berliner Philharmoniker.

Neben ihrer Opernkarriere ist sie auch als Aufnahmekünstlerin erfolgreich und veröffentlichte zahlreiche Einspielungen bei Labels wie Deutsche Grammophon, Erato und Naïve, darunter Werke wie Il Trionfo del Tempo e del Disinganno, Rodelinda und Monteverdis Orfeo.

Zu ihren jüngsten Engagements zählen Rollen in Vivaldis Il Tamerlano in Venedig und Händels Giulio Cesare in Köln sowie Konzert- und Uraufführungsprojekte in Madrid und Hamburg.

https://www.soniaprina.it/

Mark Milhofer (Amanzio)

Mark Milhofers aktuelle und zukünftige Projekte umfassen unter anderem Idomeneo (Arbace) mit dem Freiburger Barockorchester am Teatro Real Madrid, Candide (Governor) am Theater an der Wien sowie eine szenische Produktion der Johannes-Passion an der Opéra de Dijon. Weitere Engagements führen ihn u. a. nach Parma (Beethoven IX), Zürich (Orfeo, Lessons in Love and Violence, Eliogabalo), Barcelona (L’Incoronazione di Poppea), Genf (Il ritorno d’Ulisse in patria) sowie zu Konzerten in Barcelona, Madrid und im Concertgebouw. Außerdem ist er u. a. in La Calisto an der Bayerischen Staatsoper und bei der Mozartwoche Salzburg zu erleben.

Zu den jüngsten Höhepunkten zählen Engagements beim Festival Castell de Peralada (The Fairy Queen), mit dem Freiburger Barockorchester und der Israeli Opera (Così fan tutte), beim Maggio Musicale Fiorentino, an den Opernhäusern von Nancy und Dijon sowie an der Royal Danish Opera, der Oper Frankfurt und am Theater an der Wien. Frühere wichtige Produktionen führten ihn u. a. an das Royal Opera House Covent Garden, die Staatsoper Stuttgart und die Staatsoper Berlin sowie zum Concertgebouw Amsterdam.

Seine internationale Karriere umfasst zudem Auftritte an Häusern wie La Monnaie Brüssel, Oper Graz, Salzburger Landestheater, Teatro San Carlo Neapel, Teatro La Fenice Venedig, Teatro dell’Opera Rom und vielen weiteren. In Konzertproduktionen arbeitete er u. a. mit René Jacobs, B’Rock und The King’s Consort, trat bei den Proms und dem Aldeburgh Festival auf und gab Liederabende in der Wigmore Hall und der Queen Elizabeth Hall.

www.markmilhofer.com

Francesc Ortega i Martí (Polidarte)

Der katalanische Bariton Francesc Ortega i Martí konzertiert sowohl als Solist- als auch als Ensemblesänger mit hervorragenden Dirigenten wie Jordi Savall, Alessandro de Marchi, Andrea Marcon und arbeitet mit Ensembles wie das Freiburger Barockorchester, Hesperion XXI oder Le concert de Nations.
Seine musikalische Ausbildung begann Ortega i Martí im Knabenchor „L’Escolania de Montserrat“, wo er unter der Leitung von Kirill Petrenko und Mstislav Rostropovich gesungen hat. Er studierte zunächst Gesang an der ESMuC in Barcelona, wo er Stipendiat der Stiftung Victoria de los Ángeles und Preisträger der „Beca-Bach“ Barcelona war, und später an der Hochschule für Musik Freiburg, wo der junge Bariton sein Master in Oper- und Konzertgesang sowie die Meisterklasse/Konzertexamen mit Auszeichnung bei Prof. Torsten Meyer abschloss. Meisterklassen führten ihn ferner zu Brigitte Fassbaender, Ton Koopmann, Hartmut Höll und Richard Levitt. Herbst 2017 gewann der Bariton den „Konzerthaus Freiburg Förderpreis“ und war Stipendiat der Helen-Rosenberg Stiftung Freiburg.
Francesc Ortega i Martí arbeitet regelmäßig mit einigen renommierten europäischen Ensembles wie z.B. La Cetra Vokalensemble, Zürcher Sing-Akademie, La capella Reial de Catalunya oder WDR Rundfunkchor. Im Rahmen der Oper hat der Bariton die Partien von Papageno (Zauberflöte, Mozart), Pacuvio (La pietra del Paragone, Rossini), Pausole (Les aventures du Roi Pausole, Honegger), Le podestat (Docteur Miracle, Bizet) unter der Leitung von Dirigenten wie Attilio Cremonesi, Claire Levacher und Neil Beardmore aufgeführt.
Als Liedsänger tritt Ortega i Martí seit 2013 gemeinsam mit seiner Pianistin Victoria Guerrero in Deutschland und Spanien auf. In der kommenden Saison wird Francesc Ortega in der Schweiz, Frankreich, Deutschland, Österreich und Spanien als Solist und Ensemblesänger zu hören sein. April 2019 beginnt Ortega i Martí seine Lehrtätigkeit an der Hochschule für Musik Freiburg als Lehrbeauftragter für Gesang. Seit 2022 ist er Akademischer Mitarbeiter an derselbigen Hochschule, wo er junge und talentierte Studierenden im Fach Gesang unterrichtet.

www.francescortegamarti.com

Freiburger Barockorchester

Das Freiburger Barockorchester (FBO) zählt seit fast vier Jahrzehnten zu den international prägenden Ensembles der historisch informierten Aufführungspraxis. Geleitet von seinen Konzertmeister:innen Cecilia Bernardini und Gottfried von der Goltz verbindet das Orchester kammermusikalische Präzision, wissenschaftliche Neugier und kollektive Verantwortung in einem lebendigen und virtuosen Musizieren. Eine große stilistische Bandbreite vom Frühbarock bis zur Musik der Gegenwart sowie eine unermüdliche Neugier gegenüber bekanntem wie weniger bekanntem Repertoire prägen die Arbeit des Ensembles, das 1987 von Absolvent:innen der Hochschule für Musik Freiburg gegründet wurde.
Mit rund 100 Konzerten jährlich ist das Freiburger Barockorchester auf den bedeutendsten Bühnen der Welt zu Gast. Die Musikerinnen und Musiker sind seit 30 Jahren jedoch auch als Veranstalter tätig: seit der Saison 1996/97 bzw. 1999/2000 mit eigenen Abonnementreihen in Freiburg, Stuttgart und Berlin. In Freiburg ist das Ensemble seit 2012 gemeinsam mit dem Ensemble Recherche im Ensemblehaus beheimatet und prägt die Stadtkultur weit über den Konzertbetrieb hinaus. Neben den regelmäßig ausverkauften Konzerten engagiert sich das FBO seit Jahren in Education- und Inklusionsprojekten mit lokalen Partnern – in dieser Saison wird etwa das Projekt Miteinander Hören in Zusammenarbeit mit dem Freiburger Institut für Musikermedizin fortgeführt.

Einen besonderen Akzent setzt die Zusammenarbeit mit dem Cellisten Nicolas Altstaedt zum Jahresanfang: Mit dem Programm Bohemian Symphony ist das FBO im Januar in Freiburg, Berlin und auf Schloss Esterházy in Eisenstadt zu erleben sowie im Mai auch beim Bodenseefestival.
Ein weiterer Schwerpunkt der Saison liegt auf der Oper: Bei den Internationalen Händel-Festspielen Karlsruhe ist das FBO mit einer Neuproduktion von Georg Friedrich Händels Tamerlano unter der musikalischen Leitung von René Jacobs zu erleben. Ebenfalls unter seiner Leitung geht das Orchester im April 2026 mit Antonio Vivaldis Il Giustino auf Europatournee, mit Stationen u. a. im Palau de la Música in Valencia, im deSingel in Antwerpen sowie im Teatro Real in Madrid. Anfang Juli 2026 schließlich ist das FBO im Schlosstheater in Ludwigsburg mit Jommellis La Didone abbandonata unter Francesco Corti zu erleben.

Zahlreiche herausragende künstlerische Partnerschaften und Dirigent:innen prägen die Geschichte des FBO. Das Ensemble ist regelmäßig bei renommierten Festivals wie den Salzburger Festspielen, dem Festival d’Aix-en-Provence, dem Rheingau Musik Festival oder dem Gstaad Menuhin Festival zu Gast und arbeitet mit international bedeutenden Künstler:innen zusammen, darunter Kristian Bezuidenhout als Principal Guest Director, Pablo Heras-Casado, Sir Simon Rattle und Isabelle Faust.

Mitglieder des FBO bilden zudem das Freiburger BarockConsort, eine kammermusikalische Formation für Renaissance- und Frühbarockmusik, die u. a. mit dem belgischen Vokalensemble Vox Luminis und Lionel Meunier zusammenarbeitet.

Die Diskografie des Orchesters umfasst mehr als 130 CD-Produktionen, erschienen bei international führenden Labels (u. a. Harmonia Mundi, Deutsche Grammophon) und vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Gramophone Award, dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik sowie mehrfach mit dem Diapason d’Or. Sie dokumentiert die künstlerische Entwicklung und stilistische Vielfalt des Ensembles. Zuletzt veröffentlichte das Orchester im November 2025 beim Label Aparté das Album Grand Tour – eine musikalische Reise von Freiburg nach Berlin, die barocke Musik entlang historischer Reisestationen porträtiert.


Besetzung

Blockflöte Ann-Kathrin Brüggemann, Eyal Street

Oboe Josep Domènech, Ann-Kathrin Brüggemann

Fagott Eyal Streett

Horn Bart Aerbeydt, Ricardo Rodriguez

Trompete Jaroslav Rouček, Hannes Rux

Pauke Inez Ellmann


Violine I
Péter Barczi (Konzertmeister), Éva Borhi, Beatrix Hülsemann, Brigitte Täubl, Kathrin Tröger

Violine II Hannah Visser, Daniela Helm, Christa Kittel, Lotta Suvanto

Viola Werner Saller, Corina Golomoz

Violoncello Johannes Kofler, Stefan Mühleisen

Kontrabass Enrique Rodriguez Yebra, Arisa Yoshida

Harfe Mara Galassi

Laute Shizuko Noiri

Cembalo & Orgel Philippe Grisvard

 

René Jacobs, Leitung

René Jacobs @ Philippe Matsas
René Jacobs @ Philippe Matsas

Mit mehr als 260 Aufnahmen und einer intensiven Karriere als Sänger, Dirigent, Forscher und Lehrer hat René Jacobs eine herausragende Position im Bereich der barocken und klassischen Vokalmusik erreicht. Er erhielt seine frühe musikalische Ausbildung als Sängerknabe in der Kathedrale seiner Geburtsstadt Gent. Während seines Studiums der klassischen Philologie blieb er als Sänger aktiv. Seine Begegnungen mit Alfred Deller, Gustav Leonhardt und den Brüdern Kuijken bestimmten seine Ausrichtung auf die Barockmusik und seine Spezialisierung als Countertenor, in der er sich sehr schnell einen Ruf als einer der prominentesten Sänger seiner Zeit erwarb. Im Jahr 1977 gründete er das Ensemble „Concerto Vocale“, erkundete vokale Kammermusik und das Opernrepertoire des 17. Jahrhunderts und machte eine Reihe von eindrucksvollen Aufnahmen, viele davon preisgekrönte Weltpremieren.

René Jacobs gab sein Debüt als Operndirigent 1983 mit Antonio Cestis Orontea bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik, wo er von 1996 bis 2009 als Künstlerischer Leiter tätig war. Seine langjährige und erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Berliner Staatsoper Unter den Linden (seit 1992), dem Theater an der Wien (seit 2006), dem Théâtre Royal de la Monnaie Brüssel und mit anderen internationalen Bühnen in Europa, den USA und Asien hat sein Repertoire kontinuierlich bereichert, vom Frühbarock bis Rossini und von den unbekanntesten bis zu den berühmtesten Titeln. Seine Arbeit als Dirigent ist kennzeichnend für seinen Pioniergeist, sein fundiertes Studium historischer Quellen führte oft zu frischen und gewagten Interpretationen des Standardrepertoires. Beispiele dafür sind seine international bekannten Mozart-Opernaufnahmen, die sich durch ihre einzigartige Verbindung von Wissenschaft und musikalischem Instinkt auszeichnen. Seine Aufnahme von Le nozze di Figaro wurde mit einem Grammy Award ausgezeichnet, die Zeitschrift Gramophone (UK) schrieb in einem Artikel: „Die Mozart-Opernserie von René Jacobs gehört zu den aufgezeichneten Wundern unserer Zeit.“

Neben dieser umfangreichen Operntätigkeit spielt die geistliche Musik und das Oratorium eine sehr wichtige Rolle in seiner Karriere. Seine Aufnahme des Mozart-Requiems hat bereits ein großes Presseecho erfahren. In jüngerer Zeit ist eine Reihe von CD-Einspielungen entstanden: Beethovens Leonore (Fassung 1805) und dessen Missa solemnis sowie Schuberts Sinfonien (Fortsetzung der Gesamtaufnahme), Carl Maria von Webers Der Freischütz mit dem Freiburger Barockorchester, Haydns Stabat Mater (mit dem Kammerorchester Basel und der Zürcher Sing-Akademie), Bachs h-Moll Messe und Schuberts Unvollendete und die Große C-Dur-Sinfonie mit dem B’Rock Orchestra.

René Jacobs wurde für seine Leistungen zum Ehrendoktor der Universität Gent ernannt. 2023 erhielt er den Oper!-Award für sein Lebenswerk. Seine Einspielung von Webers Der Freischütz wurde mit dem OPUS KLASSIK als Operneinspielung des Jahres ausgezeichnet.