Sonderkonzert 2 Berlin | Altäre und Höfe

H. I. Fr. Biber
Sonatae tam aris, quam aulis servientes


Freiburger BarockConsort

„Sonaten, sowohl für den Altar als auch bei Tisch“ nannte Heinrich Ignaz Franz Biber seine 12 Ensemblesonaten, die er einem Dienstherren, dem Fürsterzbischof Maximilian Gandolf Graf Khuenburg von Salzburg, um 1670 widmete. Damit hatte er einen musikalischen Ton entwickelt, der beiden Gebrauchsfunktionen, der kirchlichen und der höfischen, dienen konnte und somit der Liaison von Hof und Kirche des Fürstbischofs perfekt entsprach. Die Sonaten sind sehr abwechslungsreich, was ihre Tonart, ihren Ausdruck und ihre Besetzung angeht. Biber komponierte hochvirtuose Kammermusik für ein Ensemble aus zwei Trompeten, Streichern und Continuo. Dem kirchlichen Stil begegnete er mit einer strengen kontrapunktischen Anlage, während „Tafelmusik“ in tanzmusikalischen Sätzen zu hören ist. Bei aller Pracht und Kunstfertigkeit macht uns diese Musik durch ihre alpenländischen, französischen, spanischen, slawischen, ungarischen und mediterranen Züge heute deutlich, dass in der Vielheit eine reizvolle Einheit entstehen kann – eine multikulturelle Grenzüberschreitung nach dem Motto: E pluribus unum.

Ort: Berlin

Zurück