Abokonzert 4 Berlin | Don Juan

W. A. Mozart
Haffner-Serenade D-Dur KV 250

L. Boccherini
Sinfonie d-Moll op. 12 Nr. 4 „La casa del diavolo“

Chr. W. Gluck
Ballettmusik „Don Juan ou le festin de pierre“

 


Freiburger Barockorchester
Gottfried von der Goltz, Violine und Leitung

 

Mozarts Haffner-Serenade ist eigentlich ein heiteres Stück, komponiertfür eine Hochzeit. Doch es gibt darin einen Satz, nämlich das erste Menuett, der in Mozarts „tragischer Tonart“ g-Moll steht und in dem sich ein Tonfall ankündigt, den etwas später der Steinerne Gast im DonGiovanni intonieren wird. Ein vorauseilender Schatten des Don Juan? Dieser legt sich über die Musikgeschichte des 18. Jahrhunderts, wie Boccherinis d-Moll Sinfonie und Glucks Ballettmusik beweisen. 1771 schrieb Boccherini seine Sinfonie am Hof von Madrid. Ihr Titel „Lacasa del Diavolo“ (Das Haus des Teufels) stimmt auf die Höllenfahrt des mordenden Frauenverführers am Ende ein. Die Musik zu dieser Höllenfahrt klingt ihrerseits dem Don Juan-Ballett von Gluck, Boccherinis väterlichem Freund in Wien, zum Verwechseln ähnlich. Beides wiederum scheint auch Mozart nicht unbekannt gewesen zu sein, als er die aufgewühlte Szene der Höllenfahrt für seinen Don Giovanni (1787) in Musik setzte.

 

in Kooperation mit der Gesellschaft der Freunde und Förderer des FBO e.V.

Ort: Berlin

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